Genaugenommen sind Edelsteine Minerale. Nun gibt es zwar sehr viele Minerale (zwischen 2.000 und 2.500), aber nur ein kleiner Teil wird als Edelsteine bezeichnet. Farbe, Größe und Seltenheit sind die wichtigsten Kriterien für die Bestimmung des Wertes.

Als Edelsteine bezeichnet man echte Steine, welche die Natur ohne Zutun der Menschen gebildet hat und die durch Schliff zu wertvollem Schmuck verarbeitet werden.
Einige der bekanntesten echten Steine sind:

Edelstein

Farbe

Mineralart

häufiger Fundort

Achat

Grau. Rotbraun

Quarz

Brasilien, Uruguay, Indien

Amethyst

Violett

Quarz

Brasilien, Madagaskar, Russland

Aquamarin

Hellblau

Beryll

Brasilien, Südafrika

Chrysopas

Apfelgrün

Quarz

Brasilien, Südafrika

Diamant (Brilliant)

Farblos

Kohlenstoff

Südafrika, Russland

Jade

Grün

Quarz

Russland, China

Karneol

Rotbraun bis Weiss

Quarz

Afrika

Mondstein

Farblos, milchig

Feldspat

Sri Lanka, Brasilien

Onyx

Schwarz

Achat, schwarz

 

Rubin

Rot, rosa, braunrot

Korund

Indien

Saphir

Blau, auch andere

Korund

Indien

Smaragd

Grün

Beryll

Kolumbien

Tigerauge

Goldbraun

Einschluss im Quarz

Brasilien

Topas

Braun und andere

Topas

Brasilien, Russland

Türkis

Blau, blaugrün

Türkis

Iran, Afrika, Amerika

Turmalin

Grün, auch andere

Turmalin

Brasilien, USA, Russland

 

Rubin und Saphir (Härte 9) 
zählen zur Korundgruppe und sind die härtesten Edelsteine nach dem Diamanten. Die Farbe des Rubin ist blutrot – kornblau ist die Farbe des Saphir. Das Farbspektrum des Rubins weist die meisten Rotnuancen auf. Der Saphir kommt nicht nur in vielen Blautönen vor, die am beliebtesten sind, sondern auch farblos und in den Farben Rosa, Gelb, Grün und Orange. Der orangefarbene Saphir heißt in der singhalesischen Sprache: Padparadscha, Licht der Morgenröte.

 

Smaragd (Härte 7,5 bis 8)
Schon im Altertum als eine der größten Kostbarkeiten geschätzt. Seine Farbe, das ,,Smaragdgrün“ wird von keinem anderen Edelstein erreicht. Ein kleiner Smaragd aus Kolumbien ist in guter Qualität in der Regel teurer als ein doppelt so großer Stein in mittlerer Qualität aus Brasilien, weil er in der Natur seltener vorkommt.

 

Turmalin (Härte 7,25)
Turmaline gibt es in verschiedener chemischer Zusammensetzung und demzufolge in allen nur denkbaren Farben, wie grün, rot, blau, bräunlich, gelblich, sogar farblos und schwarz. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der in Südwestafrika vorkommende hellgrüne Turmalin, dessen feinste Qualitäten an die Farbe des Smaragds heranreichen.

 

Aquamarin (Härte 7,5 bis 8)
Kommt von lat. ,,aqua“= Wasser und ,,mare“= Meer. Seine Farbe ist himmelblau bis wasserblau.

 

Opal (Härte 5,5 bis 6,5)
Der Opal besteht wie der Quarz aus Kieselsäure, aber in unkristallisierter Form. Die herrlichen bunten Farben, die oft das ganze Spektrum umfassen, entstehen durch Interferenz des Lichtes an den dünnen Schichten, aus denen der Stein aufgebaut ist. Es ist dieselbe Erscheinung, wie wir sie an Seifenblasen und dünnen Ölschichten beobachten können.

 

Türkis (Härte 5-6)
Der Türkis ist ein undurchsichtiger Schmuckstein von himmelblauer bis grünlichblauer Farbe. Während man früher fehlerlose, einheitlich gefärbte Steine vorzog, erfreuen sich heute die schwarzgezeichneten Türkise wegen ihrer eigenartigen Wirkung besonderer Wertschätzung.

 

Lapis-Lazuli (Härte 5 bis 5,5)
Dieser Stein, von tief sattblauer Färbung gehört zu den ältesten Schmucksteinen die wir kennen. Seit Jahrtausenden hat er sich als wertvoller Siegelringstein behauptet. Die in den Steinen vielfach eingesprengten goldgelben Einschlüsse sind Schwefelkieskristalle.

 

Granat (Härte 6,5 bis 8)
Die Granatgruppe umfaßt eine beträchtliche Anzahl verschiedener Varietäten, die in Bezug auf Zusammensetzung, spez. Gewicht, Härte und Lichtbrechung stark voneinander abweichen. Am meisten bekannt sind die roten Granate.

 

Bergkristall
ist reine kristallisierte Kieselsäure. Der Name kommt vom griechischen ,,kristallos“ = Eis, weil die alten Griechen ihn für versteinertes Eis hielten.

 

Gemmen
Gravierter Stein aus Achat, der verschiedene Farbschichten hat; z.B. gravierte Figuren in Stein oder das gleiche aus großen Korallmuscheln, die Farbschichten haben.

 

Kamee 
siehe Gemmen

 

Hämatit (Blutstein)
ist reines kristallisiertes Eisenoxyd, in geschliffenem Zustand schwarzgrau mit metallischem Stahlglanz.

 

Markasit
Ein graues, hochglänzendes Mineral auf Schwefelkies oder Pyrit.

 

Synthetische Steine
Die chemische Zusammensetzung der natürlichen Edelsteine ist bekannt. Es ist in vielen Fällen gelungen, die Grundstoffe von Edelsteinen zur Kristalisation zu bringen, und so synthetische Steine zu gewinnen. Synthetische Steine bestehen aus den gleichen Grundstoffen wie die echten. Sie haben die gleichen Eigenschaften, Härte, spezifisches Gewicht usw. wie echte Steine.

 

Zirkonia
beste Brillant Imitation was Härte betrifft. Hat das Aussehen eines lupenreinen Diamanten. Synthetischer Stein, ähnelt sehr dem Diamanten bzw. mit Vollschliff versehen dem Brillanten, wird derzeitig eingesetzt bei Brillantschmuckimitationen. Hat den früher eingesetzten Bergkristall völlig verdrängt.

 

Glasstein
Zur Herstellung von Edelstein-Imitationen wird ein bleireiches schleifbares Glas von hohem Glanz gebraucht. Die bekanntesten Bezeichnungen hierfür sind Straß und Simili (siehe jeweils unter dem entsprechenden Begriff).

 

Straß
Glasstein aus Bleiglas mit Brillantschliff versehen, benannt nach seinem Erfinder, dem Wiener Juwelier Josef Strasser, der für Brillantimitationen Bleiglas verwandte.

 

Simili
Aus hochwertigem Bleikristallglas geschliffen, das auf der Unterseite mit einem metallischen Spiegelbelag versehen ist, zur Erhöhung der Lichtreflexion. Glassteine sind in vielen Farben erhältlich, wobei durchsichtige und undurchsichtige Farben sowie verschiedene aufgedampfte Effekte erhältlich sind. Sie werden in allen verschiedenen Edelsteinschliffarten hergestellt.

 

Korallen 
sind tierischen Ursprungs, leuchtend rot, teilweise auch weiße oder schwarze Vorkommen. Herkommen: Südsee (Korallenriffe).

 

Bernstein
Ist vom Material her kein Stein, sondern ein versteinertes Harz. Es ist im Rohzustand meist hellgelb und wird durch Erhitzen in Spezialöfen auf den gewünschten dunkelbraunen Ton gebracht. Häufig zu beobachten sind hier Einschlüsse wie z.B. Insekten, Blätter usw.

 

Schliff
Ein geschliffener Stein besteht aus drei Teilen:
1.Tafel – dem Beschauer zugekehrte, große Mittelfacette des Oberteils.
2.Oberteil (auch Krone oder Tafelseite). 
3.Unterteil (auch Rondiste, Gürtel oder Rand).

 

Cabochon
Ist ein geschliffener Stein ohne Unterteil, bei dem die Oberfläche gewölbt (bombiert) und nicht facettiert geschliffen ist.

 


Fassungen

  1. Chaton-Fassung
    Die Chatonfassung ähnelt einer Krone. In die Krone wird von oben der Stein hineingelegt. Die Spitzen der Krone, die sogenannten Krappen, werden dann über den Seitenrand des Steines an das Oberteil angedrückt.

 

  1. Kessel-Fassung Zargen-Fassung
    Die Kessel-Fassung ähnelt einem sich nach unten verjüngendem Becher ohne Boden. Auch hier wird der Stein von oben eingelegt, anschließend wird der obere Rand des Kessels über den Seitenrand des Steins an das Oberteil angedrückt.

 

  1. Krallen-Fassung / Krappen-Fassung
    Diese Form der Fassung wird hauptsächlich für Modeschmuck verwendet. Die Größen der im Modeschmuck verarbeiteten Steine sind standardisiert (in ihren Maßen festgelegt). Zur Vereinfachung der Fasserarbeit sind von der Schmuck-Industrie Spezialfassungen entwickelt worden. Die Kessel haben meist vier Krallen, die über das Oberteil des Steins gebogen werden.

 

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